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Sägeketten-Ratgeber – Wann nehme ich welche Kette?

Bei der Auswahl der richtigen Sägekette für Ihre Kettensäge gibt es hin und wieder Fragen. Welche Kette ist die richtige? Welche Sägekette nehme ich für welches Einsatzgebiet? Was ist der Unterschied zwischen Habmeißel- und Vollmeißelketten? Sollte ich verschiedene Sägeketten testen? Kann ich auf vermeintliche Testsieger im Internet setzen?

Die richtige Sägekette wählen

Die Wahl der richtigen Sägekette ist wichtiger als man zunächst vermuten mag. Denn nur mit Auswahl der optimalen Kette kann man das Schnittverhalten der Sägekette und die Lebensdauer (Standzeit) bestmöglich beeinflussen. Für Motorsägen können Sie zwischen Halbmeißelketten und Vollmeißelketten wählen. Doch wo liegt der Unterschied zwischen einer Halbmeißelkette und einer Vollmeißelkette?

Halbmeißel und Vollmeißel – Die Unterschiede

Um die Unterschiede zwischen Halbmeißel- und Vollmeißelketten zu erfahren, müssen wir zunächst wissen, wie eine Sägekette aufgebaut ist. Sägeketten bestehen aus 3 den Komponenten Treibglied, Verbindungsglied und Schneidglied.

Die Funktionen der einzelnen Glieder hat Wikipedia sehr gut herausgearbeitet:

  • Das Treibglied überträgt die Antriebskraft vom Ritzel (hier auch Antriebsstern genannt) auf die Kette und sorgt durch die Mitnehmer für eine Verteilung des Kettenhaftöls auf der Schiene. Diese Mitnehmer sind hierzu dreiecksförmig zur Innenseite der Kette hin ausgebildet. Die Außenseite ist meist glatt. Es gibt jedoch auch Ketten, deren Treibglieder auf der Oberseite speziell geformte Gleitplatten haben, die für einen ruhigeren Schnitt sorgen.
  • Das Verbindungsglied verbindet Treib- und Schneidglieder.
  • Das Schneidglied ist für das Zerspanen des Holzes zuständig. Es ist auf der Unterseite glatt. Auf der Oberseite ist eine rechtwinklige Schneide mit vorlaufender Abstandsnase (Tiefenbegrenzer) ausgebildet. Das Zahndach (vorlaufend) hebt die Holzfaser an, die Zahnseite schneidet die Faser ab. Die Spandicke wird hierbei durch den vertikalen Abstand zwischen Tiefenbegrenzer und Schneidzahnoberkante bestimmt. Dieser Abstand sollte mit einer Tiefenbegrenzerlehre und einer Flachfeile auf ein korrektes Maß runtergefeilt werden. Einige Ketten brauchen einen Tiefenbegrenzerabstand von von 0,64 mm (0,025″); andere brauchen 0,56 mm (0,22″)[1]. Feilt man den Tiefenbegrenzer zu tief ab, wird die Spanstärke größer, allerdings wird die Motorkettensäge kraftmäßig überfordert und die Gefahr eines Rückschlageffekts.

Ob es sich um eine Halbmeißelkette oder eine Vollmeißelkette handelt, ergibt sich aus der Form der Zähne. Halbmeißel haben abgerundete Seitenkanten, während Vollmeißel keine abgerundeten Seitenkanten und damit größere Schnittbreiten haben.

Einsatzmöglichkeiten für Halbmeißelketten

Halbmeißelketten werden oft bei leistungsschwächeren Kettensägen verwendet. Halbmeißel sind grundsätzlich universell einsetzbar und haben einen geringeren Rückschlag, bedingt durch den geringeren Materialabtrag. Die Schnittleistung ist vergleichen mit einem Vollmeißel geringer, doch Vorteile bieten sich beim einfachen Nachschärfen (empfohlen wird jedoch das Schärfen durch einen Profi) und auch die Standzeit eines Halbmeißels ist als sehr solide zu bewerten. Für den privaten Einsatz sind Halbmeißelketten daher sehr gut geeignet und insbesondere wegen des geringen Rückschlageffektes bieten sie dem Gelegenheitsnutzer auch etwas mehr Sicherheit.

Einsatzmöglichkeiten für Vollmeißelketten

Vollmeißelketten eignen sich für den Einsatz bei leistungsstärkeren Kettensägen. Da die Schnittleistung höher als bei Halbmeißelketten und das Schnittbild bedingt durch den höheren Materialabtrag schärfer ist, werden Vollmeißelsägeketten verstärkt im Profibereich verwendet. Wer erfahren im Umgang mit Kettensägen ist, hat auch keine Probleme mit dem größeren Rückschlageffekt, der beim Einsatz von Sägeketten mit Vollmeißel auftritt. Die Standzeit ist verglichen mit einem Halbmeißel geringer, jedoch können selbst mit einer etwas stumpfen Sägeketten noch solide Schnittergebnisse erzielt werden. Beim Schärfen muss sehr präzise gearbeitet werden, weshalb sich der Gang zum Profi durchaus lohnt. Wer selbst keine Erfahrung im Schleifen hat, sollte dies lieber nicht an einer teuren Kette testen, sondern diese lieber zum Fachmann bringen.

Sägeketten-Test

Auf unserer Seite stellen wir verschiedene Kettensägenketten vor und lassen in den Beschreibungen die Testergebnisse von Käufern einfließen. Der Sägeketten-Vergleichstest steht vor allem für Profinutzer im Vordergrund, um die passende Sägekette finden zu können. Nach dem Test verschiedener Sägeketten steht für den Tester meist fest, zu welcher Marke von Sägeketten er zukünftig greifen wird. Doch es ist nicht auszuschließen, dass man je nach Anwendungsgebiet verschiedene Sägeketten nutzen kann. Deshalb macht der Vergleich von Sägeketten druchaus Sinn, denn Kette ist nicht gleich Kette. Eines ist jedoch klar: Der eigene Test ist durch nichts zu ersetzen. Man kann sich durch Vergleichstests im Internet Anregungen holen, welche Kette man selbst testen möchte.  Wer verschiedene Ketten testen möchte, der sollte im Idealfall gleich eine Sammelbestellung vornehmen, um auch Versandkosten zu sparen. Dann kann munter die ein oder andere Sägekette im täglichen Einsatz getestet und der eigene Testsieger gekürt werden. Ein ausgiebiger Check verschiedener Ketten lohnt sich in jedem Fall.

Hatten Sie auch schon Sägeketten im Test? Dann freuen wir uns auf Ihre Rückmeldungen. Gern lassen wir Ihre Testergebnisse in unser Vergleichsportal einfließen. Ihre Sägeketten-Testergebnisse können anderen Käufern helfen, die richtige Sägekette zu finden. Wer Sägeketten online kaufen will, der kann dann zielgerichtet auf die Suche nach dem passenden Zubehör für seine Motorsäge gehen.

Sehen Sie sich nun unseren Sägeketten-Vergleich an und suchen Sie Ihre Halbmeißelkette oder Vollmeißelkette im jeweiligen Menüpunkt.

Sehen Sie sich auch unsere Tipps und Tricks zum Thema an.

 

Billigkette oder Markenprodukt?

Die Frage nach der richtigen Sägekette ist nicht einfach. Muss es immer die teure Marke sein oder reicht nicht auch ein preiswerter Anbieter? Ist eine Markenkette wirklich besser als ein günstiges Konkurrenzprodukt? Wieviel kostet eine gute Sägekette?

Wer sich auf der Suche nach Antworten auf die oben gestellten Fragen durch das Internet klickt, landet häufig auch in einem Forum. Dort tauschen sich Gleichgesinnte aus und fachsimpeln über die beste Vollmeißelkette oder eine preiswerte Halbmeißelkette von einem unbekannten Anbieter. Dabei ist jedoch keineswegs immer Einigkeit zu vernehmen. Während einige Nutzer auf Markenprodukte wie STIHL schwören und nicht auf die Idee kommen, überhaupt einen anderen Hersteller zu versuchen, sind andere Sägefreunde auch mit preiswerten Alternativen zufrieden und versuchen, Überzeugungsarbeit zu leisten.

Nach dem Überfliegen einiger Forenbeiträge ist uns aufgefallen, dass sog. Billigketten oft mit schneller Längendehnung, geringer Standzeit und kurzer Zahnlänge in Verbindung gebracht werden. Dahingegen wird bei Markenketten oft die Schärfe, die hohe Standzeit und die Länge der Zähne gelobt. Es scheint also durchaus der Fall zu sein, dass die Testergebnisse der einzelnen Nutzer ähnlich ausfallen. Im direkten Vergleichstest fallen die Bewertungen für preiswerte Ketten oft weniger positiv aus. Es könnte sich auch hier wieder bewahrheiten, dass man für gute Qualität etwas tiefer in die Tasche greifen muss.

Wenn Sie sich ein Bild davon machen möchten, mit welcher Leidenschaft in Fachforen diskutiert wird, dann möchten wir Ihnen hier exemplarisch einen Beitrag vom Nutzer Berti1985 aus dem Motorsägen-Portal zitieren (Beitrag wurde 1 zu 1 so übernommen):
„Das hab ich mir Besorgt!
Zweimal Oregon (Angebot)
Zweimal Carlton Plus einmal Schwert (Bundle Angebot)
EInmal Stihl !
Preislichesgequatsche:
Für eine Oregon Kette hab ich zwei Carlton Ketten bekommen, für eine Stihl zwei Oregon! Das Schwert+Kette Set von Carlton kostete 3 € mehr als die Stihlkette alleine!
Ich hab bislang alle Ketten mindestens einmal auf der Solo verwendet, mein Vater hat sie alle einmal auf dem Oregon Jolly geschliffen!
Es zeigt sich das die Carlton und die Oregon in Sachen Haltbarkeit nicht viel nahmen! Die Carlton war Schärfer aus der Schachtel raus als die Oregon! Der Zahnabtrag beim Schleifen war bei der Carlton ein wenig größer! Im Endeffekt wird man diese Kette wohl 2 mal weniger schleifen können als die vergleichbare Oregon! Bei der Stihl merkte man eindeutig, das das Schleifen härter ging, der Zahnabtrag am geringssten war und der Funkenflug dunkler, was eindeutig auf besseres, härteres Material mit mehr Kohlenstoff im Stahl zurückzuführen ist!
Beim Arbeiten nahmen sich die Carlton und die Oregon nicht viel! Die Kettenlängung hielt sich nach ungefähr einer halben Stunde in Grenzen! Ungefähr einen halben zentimeter gaben beide Ketten nach! Die Stihl fast gar nicht!
Mein bisheriges Fazit!
Ob man Oregon oder Carlton kauft ist Glaubenssache! Beide Ketten sind ungefähr gleich mit leichten Vorteilen für die Oregon!
Stihl ist und bleibt Primus! Da führt an der Marke aus Waiblingen kein Weg vorbei!
Ich hab aber auf sämtlichen kleinen Sägen von mir, von der 017-023, jedoch Carlton Ketten montiert! Ich nutze diese einfach zu wenig das sich die teueren Ketten lohnen! Für die Zwecke von 5 -10 Fm pro Jahr Brennholz ist Carlton wegen des Preises die beste Wahl.
Ab 40Fm sollte es eine Stihl Oilomatic sein! Zwischen diesen Mengenräumen kann Oregon ruhig verwendet werden !
Zu Kox Ketten: Ich hatte einmal auf einer 026 ein 40er Schwert und Kette von Kox! Hab mich noch nie so geärgert, weil ständig Zähne geflogen sind! Am Schluss des einzigen Tages, wo sie drauf war, fehlte jeder dritte! Kox tat dies aufgrund einer email Anfrage auf Benutzerfehler ab!
Ich kaufe definitiv keine Kox mehr!“

Wie Sie sehen, ist bei der Wahl der richtigen Sägekette nicht alles so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint.
Wir hoffen, dass wir Ihnen mit unserer Seite etwas unter die Arme greifen können.

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